Am 18.01.2006 hat Deutsche Börse den Covered Call Index- DAX PLus Covered Call eingeführt
DAXplus® Covered Call bildet eine der am meisten genutzten Optionsstrategien nach. Die Covered Call- oder auch Buy-Write-Strategie verbessert das Risiko-Rendite-Profil eines Investments gegenüber einem reinen Indexportfolio. Der Index basiert auf einem DAX®-Portfolio und dem rollierenden Verkauf einer an der Eurex® gehandelten Call-Option auf DAX®,
die 5 Prozent aus dem Geld ist.
Hier können Sie den aktuelen Stand direkt auf der Seite der Deutschen Börse sehen.
http://dax-indices.com/DE/index.aspx?pageID=25&ISIN=DE000A0C4BY2
Interessant ist die Tatsache, dass die Performance kaum über der des reinen Investments im Underlying liegt. Es gibt offenbar nur wenige Studien, die sich mit der Performance dieser Optionsstrategie befassen. Ich habe hierfür eine Arbeit der Uni Frankfurt und der Frankfurter European Business School gefunden.
http://www.finance.uni-frankfurt.de/wp/1110.pdf
Das Ergebnis spricht vorsichtig für die Anwendung dieser Strategie gegenüber der direkten Investition in DAX. Autoren erklären diese durch überhöhte Optionspreise.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass sich dieser Index, bei
dem in einen Anteil DAX investiert sowie jeweils eine Call Option auf den DAX mit Restlaufzeit
von einem Monat sowie einer Moneyness von 5% aus dem Geld verkauft wird, bei
allen relevanten risikoadjustierten Kennzahlen bis auf den Stutzer-Index gegenüber der Verwendung
von Optionen mit längeren Restlaufzeiten beziehungsweise anderen Moneynesses
im Zeitraum 01/1993 bis 06/2005 als vorteilhaft erwiesen hat. Der Renditevergleich dieses
Index mit dem DAX auf risikoadjustierter Basis hat zusätzlich gezeigt, dass zwischen beiden
Indizes deutliche Unterschiede bestehen. So weist der DAX jeweils schlechtere Kennzahlen
auf als der DAXplus Covered Call. Erklären lässt sich dies unter anderem mit der Existenz
von zu hohen impliziten Volatilitäten relativ zu den realisierten Volatilitäten des DAX. Zu
hohe implizite Volatilitäten führen dazu, dass die Optionsprämien für den Call gemessen an
dem, was bei fairer Modellbepreisung der Option zu erwarten wäre, zu hoch sind.
Ich selbst wäre mit den Schlussfolgerungen etwas vorsichtiger. Der betrachtete Zeitraum lag größtenteils in der Dot Com Blase. Die Covered Call Strategie ist ja ohnehin für bullische Marktphasen geeignet. Man sieht, dass in den Jahren 2007-2009 der Index um fast 50% sank, was den DAX nicht unbedingt toppt.
Meine persönliche Erfahrung mit den Covered Calls, und das Geschäft betreibe ich ohnehin schon seit fast 10 Jahren, ist dass man mit reinen Verkäufen von OTM Calls keine Rendite erwirtschaftet. Es bedarf mehr, nämlich einer aggressiven Roll-Strategie, die auch über lange Zeiträume angewandt wird. Zum Teil sind auch Verkäufe von in-the-money Calls erforderlich.
Donnerstag, Februar 11, 2010
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