Darüber gab es neulich einen für meinen Blog relativ bewegten Austausch. Der Hintergrund war meine Idee, Puts auf dividendenstarke Aktie EON zu verkaufen. Dieses Stillhaltergeschäft habe ich bewusst aufgrund der verhältnismäßig hohen Dividende getätigt. Ein treuer Leser meiens Blogs, welcher im Übrigen selbst einen spannenden Blog betreibt, zweifelte den Sinn meines Vorhabens an. Puts mit Dividendenaufschlag verkaufen, mache keinen Sinn.
In dem Optionsmodel für Optionen amerikanischen Typs werden Dividenden bereits im Preis der Verkaufsoptionen berücksichtigt. In der entsprechenden Formel für den Put führt die Dividende zur Verschiebung des Basispreises nach oben um den Dividendenabschlag. Im oben genannten Beispiel von EON bedeutet es :
Aktueller Preis 21,4
Basispreis 21
Dividendenabschlag 1,5 € (erwartet)
Putpreis mit Verfall im Juni 1,33
Bei der impliziten Volatilität von 25% würde der reine Zeitwert 0,5 betragen. Der Rest ist also der eingepreiste Div-Abschlag.
Was passiert am Tag der Dividendenzahlung (ex-Dividend)?
Direkt nach dem Handelsstart fällt der Kurs um den Abschlag. Der Putpreis bleibt aber unverändert, sonst wäre es eine perfekte Gelegenheit, risikolos Geld zu machen.
Angenommen also morgen ist die Div-Zahlung. Um 9:00 Uhr kostet plötzlich die Aktie 19,9 €, der Putpreis aber weiterhin ca. 1,33 ( bitte die Zahlen nicht zu genau nehmen!).
Auf den ersten Blick habe ich also nichts gewonnen. Ich habe faktisch nicht den Strike 21, sondern ca. 22,5 verkauft.
Warum verkaufe ich also jetzt eine mit Dividenden bepreiste Option?
Nun es ist halt kapitalschonender. Ich muss weniger Kapital als Sicherheit zur Verfügung stellen.
Verkaufe ich 10 Kontrakte auf Basis 23, muss ich Geld zum Kauf 1000 Aktien zu 23 haben, also 2300. Dagegen bei 21 reichen eben 2100 Euro aus, um die Aktien im Falle der Ausübung zu kaufen. Oder mit anderen Worten muss ich beim Verkauf mitDiv-Abschlag.
Sonntag, März 27, 2011
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